Druckfreigabe im Offsetdruck

Druckfreigabe im Offsetdruck - bitte lesen!

Die Druckfreigabe - ein kleiner Stolperstein mit großer Wirkung

Die Druckfreigabe ist einer der wichtigsten Bausteine bei der Herstellung von Printprodukten. Passiert hier ein kleiner Fehler, hat dieser meist eine große Wirkung. Denn im Nachgang lassen sich gedruckte "Fehler" nicht mehr so einfach lösen. Bei gravierenden Fehlern muss oft das ganze Produkt neu gedruckt werden. Ist der Fehler nicht so groß, kann er unter Umständen toleriert werden. Lösungen sind oftmals Blätter mit der richtigen Seite, die dem Produkt beigelegt werden, die falsche Stelle wird überklebt oder die Seite wird beim "Buchdoktor" ausgetauscht. Aber all diese Prozesse sind mit hohen Kosten verbunden. Deshalb muss die Druckfreigabe sitzen. 

Warum die Druckfreigabe so wichtig ist

Die Druckfreigabe ist ein elementarer Baustein und bildet die Basis für einen erfolgreichen Druck. Von der Anlieferung der Druckdaten bis hin zur Belichtung kann viel passieren. Aber das Gute ist, Sie haben volle Kontrolle und sind immer "Herr der Freigabe". 

In dem PDF zur Freigabe sehen Sie 1:1 die Daten der belichteten Druckplatte. Das heißt, alles was Sie sehen oder nicht wird später da sein oder eben auch nicht. Transparenzen, Überdrucken oder Aussparen? Sie sehen wie Ihre Daten im Druck aussehen. Dies kann unter Umständen von Ihrem Bildschirm abweichen, je nachdem mit welcher Software und Version Sie arbeiten. 

Hier die wichtigsten Punkte und Stolpersteine, die Sie beachten sollten

1. Das PDF zur Freigabe

Nach Sichtung Ihrer Daten und vor dem Druck erhalten Sie ein PDF zur Freigabe. Das ist ein entscheidender Punkt. Beim Arbeiten mit Ihren Daten können auch bei uns im Haus Fehler auftreten, seien es menschliche Fehler oder Softwarefehler die wir nicht beeinflussen können. Wir versichern Ihnen jedoch größtmögliche Sorgfalt. Sie erhalten vor dem Druck ein PDF zur Freigabe. Dieses sollten sie sehr genau prüfen, bevor Sie die Druckfreigabe erteilen. Wichtige Punkte sind dabei:

  • Ist das die richtige Datei?
  • Stimmt die Anordnung der Seiten?
  • Stimmt die Seitenreihenfolge?
  • Sind alle Seiten vorhanden - Vollständigkeit?
  • Korrekte Darstellung von Grafiken und Texten?

2. Warum ein komprimiertes PDF zur Freigabe

Das PDF ist komprimiert, dadurch können Details „pixelig“ wirken. Dies hat nichts mit der Druckqualität zu tun. 
Im Falle einer schlechten Bildauflösung von unter 200 dpi würden wir Sie informieren. 

Für den Freigabeprozess müssen wir mit Ihrem PDF arbeiten. Wir spalten Ihr PDF bei einem CMYK-Druck in 4 Farbkanäle auf. Für jeden Farbauszug erstellen wir je eine Druckplatte. Die Datenmengen werden durch die Farbkanalseparation extrem erhöht, deshalb senden wir Ihnen ein komprimiertes PDF. In diesem PDF ist alles ersichtlich was später im Druck passieren wird. Aber auch nur ein PDF, das die gerenderten Daten zeigt, gibt Ihnen die Möglichkeit eine korrekte Freigabe zu erteilen. 

3. Vorsicht bei: "Nach Austausch druckfrei"

Wer hat diesen Satz nicht schon mal einer Druckerei geschrieben. In der gesendeten Druckfreigabe wurde ein kleiner Fehler entdeckt, ist ja nicht so schlimm, Sie senden die entsprechende Seite mit dem Vermerk: "Nach Austausch druckfrei" einfach neu und lehnen sich bequem zurück. Leider ist das nicht ganz so einfach. Denn die Verantwortung liegt hier beim Kunden. Aber warum ist das so?

Wir sind bei der Verarbeitung der Druckdaten auf Adobe angewiesen. Beim Verrechnen der Druckdaten kann immer etwas passieren, diesen Prozess haben wir nicht in der Hand und bei täglich über 10.000 Seiten kann eine menschliche Kontrolle nicht stattfinden. Jedoch erhalten Sie auf Wunsch immer ein weiteres PDF zur Freigabe wenn Sie Austauschseiten senden. Sollten Seiten mit dem Vermerk gesendet werden aus dem hervorgeht,dass die Daten druckfrei sind und nach Austausch gedruckt werden können, erhalten Sie keine weitere Freigabe. Treten Fehler beim Umrechnen der Druckdaten auf können wir dafür keine Haftung übernehmen.

4. Schwarzer (farbiger) Fließtext

Bitte beachten Sie, dass schwarzer Fließtext kleiner als 10 Punkt nicht mehrfarbig angelegt werden sollte, um ein scharfes Druckbild zu erzielen. Dies gilt für negativen sowie für positiven Text. Ein sauberes Druckbild für den Text erhalten Sie nur mit 100% schwarz. Auch farbige Texte in 10pt sind kritisch zu beurteilen. 

Je nach Papierart, Grammatur, Laufrichtung oder Druckbild kann ein minimaler Verzug beim Druck entstehen.

Wichtig: Dieser Punkt kann technisch nicht geprüft werden. 

5. Druck mit Pantonefarben

Pantonefarben sind nicht farbverbindlich. Pantonefarben werden nach angegebenen Dichtewerten im Druck gefahren. Das Ergebnis kann schwanken. Wir können Einfluss auf den Farbton nehmen, jedoch richten wir uns hier nach unserem Pantonefächer an der Druckmaschine. So viel vorweg. Auch die Pantonefächer selbst sind leider sehr unterschiedlich, kein Fächer gleicht dem anderen. Die Schwankungen können teils sehr groß ausfallen. Deshalb gilt:

Wenn schriftlich nichts anderes vereinbart wurde, richten wir uns nach unserem Pantonefächer. Ideal ist natürlich eine Druckabnahme, hier können Sie an der Druckmaschine selbst den Farbton mit beeinflussen.

Sollte die Farbe zu 100% getroffen werden macht es Sinn sich die Farbe für den Bedruckstoff anmischen zu lassen. Dies ist mit etwas Aufwand und Kosten verbunden, jedoch erhalten Sie ein wesentlich besseres Ergebnis. 

Vergleich Pantonefächer
Vergleich

6. Ist die Austauschseite an der richtigen Stelle platziert?

Bitte checken Sie, ob die Austauschseite an der richtigen Stelle im Dokument platziert wurde. Manche Druckwerke weisen keine Paginierung auf. Auch bei größtmöglicher Sorgfalt kann es hier zu Komplikationen kommen. 

7. Bei Unsicherheit Plot anfordern

Sind Sie sich einmal nicht sicher können Sie gerne zur Freigabe einen Plot anfordern.

Was ist ein Plot?

Bei einem Plot verwenden wir die gerenderten Daten, die später auch auf die Druckplatten kommen und drucken ein Exemplar im Digitaldruck auf normalem Papier aus. Sie können hier nicht die Druckqualität und das Papier beurteilen. Sondern vielmehr ob alles an seiner richtigen Stelle ist, ob Bilder, Text oder Grafiken beim Umrechnen beschädigt wurden. Sie sehen ob der Beschnitt vorhanden ist, ob die Seiten in der richtigen Reihenfolge kommen, etc. 

Wann ist ein Plot sinnvoll?

Falls Sie mit dem digitalen Freigabeprozess noch nicht 100% vertraut sind, macht es Sinn einen einen Plot anzufordern. Bei einem Plot können Sie zum Beispiel wesentlich besser die Seitenreihenfolge (z.B. auch Ausklappseiten) sehen. Sie sehen ob es eine linke oder rechte Seite ist. Es ist ein Ablaufmuster für den späteren Druck.

8. Verspätete Freigaben oder mehrfache Korrekturläufe verzögern u.U. den Liefertermin

Wir planen Ihren Job nach Ihren Vorgaben. Da wir täglich bis zu 50 Jobs drucken ist es für uns sehr wichtig, wann wir mit Ihrem Job in die Druckmaschine gehen können. Bei unserer sorgfältigen Planung greifen mehrere hunderte Zahnräder ineinander. Dass hier und dort mal etwas hakt ist ganz normal. Eine Druckfreigabe die 1h später kommt als angekündigt ist derweil kein Problem. Aber eine Druckfreigabe, die sich um einen ganzen Tag verzögert, tangiert unter Umständen auch den Liefertermin. Bei Fixterminen sollten Sie unbedingt vorher mit dem zuständigen Sachbearbeiter/Verkäufer sprechen. 

9. Cellophanierung

Cellophanierungen ändern den optischen Eindruck. Bilder können durch eine Cellophanierung matter bzw. rötlicher wirken, bzw. auch verstärkt, bzw. voller oder auch dunkler wirken. Das hängt vom jeweiligen Druckbild und der verwendeten Folie (matt, matt kratzfest, Softtouch, glänzend) ab. Mehr auf unserer Webseite.

Wir stimmen an der Druckmaschine den Druckbogen nach den vorhandenen Kundendaten ab. Die Cellophanierung findet im Anschluss statt und ändert die optische Farbwiedergabe des Druckbogens. Bitte sprechen Sie im Vorfeld mit uns wenn Sie ein bestimmtes Ergebnis nach der Cellophanierung wünschen. 

Vergleich Cellophanierung mit und ohne

Vergleich Druckbogen mit glänzender Cellophanierung und ohne Cellophanierung 

Vergleich Cellopanierung matt mit und ohne

Vergleich Druckbogen mit Cellophanierung matt und ohne Cellophanierung

Kontrolle Veredelung

10. Farbe und Veredelung auch nur in den Bereichen mit Daten

Sollten bei der Angebotserstellung Beratungsgespräche stattgefunden haben, in denen Sie z.B. den Wunsch geäußert haben, einen bestimmten Bereich im Dokument mit einer bestimmen Farbe oder Veredelung herstellen zu lassen sind für diese Bereiche immer die gelieferten Daten entscheidend. Wenn Sie z.B. einen partiellen Lack bestellen, prüfen wir nur, ob Daten für einen Lack vorhanden sind, aber nicht wo im Einzelnen der Lack aufgetragen wird, das ist aus den Daten ersichtlich. Hierzu erhalten Sie auch eine Freigabe in der Sie die Stellen der „veredelten Bereiche“ sehen können. Vorsicht bei der Farbe Weiß, hier kann u.U. der Korrekturabzug ebenfalls weiß sein. Sprechen Sie uns unbedingt an, falls etwas unklar sein sollte.

Vergewissern Sie sich immer, ob ihre geplante Idee zu den gelieferten Daten passt.

11. Sie wollen kein gerendertes PDF zur Freigabe?

Manche Kunden wollen kein gerendertes PDF zur Freigabe. Sie erhalten hier auf Wunsch hochauflösende Druckdaten. Jedoch muss Ihnen bewusst sein, dass hier ein großes Risiko eingegangen wird. Sehr viele Punkte können Sie dann nicht kontrollieren. Nur um ein paar Punkte zu nennen:

  • Thema Schlagschatten
  • Weiße Schrift/ Text
  • Elemente zerschossen
  • Texte verschwinden
  • Elemente sind am richtigen Platz
  • Sind die Überdrucken-Einstellungen richtig?
  • usw.

Wir empfehlenden dringend den Check von der gerenderten Druckdaten, da Sie nur so die Möglichkeit haben das PDF wirklich zu kontrollieren. Bei der Freigabe von hochauflösenden Druckdaten können wir keine Haftung übernehmen, da ein hochauflösendes PDF nicht immer zu 100% das widerspiegelt was später auf den Druckplatten belichtet wird.

12. Last but not least

Wir weisen darauf hin, dass die F&W Druck- und Mediencenter GmbH keine Haftung für nachträglich festgestellte Text-, Satz- oder Grafik-und Gestaltungsfehler übernimmt, die aus den übermittelten Freigabe-PDF´s ersichtlich gewesen wären.

Fazit: Ist, bzw. wäre der "Fehler" in der Freigabe ersichtlich gewesen trägt die Verantwortung der Kunde - ist der "Fehler" nicht in der Freigabe ersichtlich gewesen, bzw. passiert etwas danach tragen die Verantwortung selbstverständlich wir

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